Griechische Inseln entdecken – Euböa wir kommen

von Alex
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Ahoi Euböa ~ Unsere Top Reisetipps für die griechische Insel.

Wir fahren nach Euböa!

“Wie bitte? Wohin?” Das waren die meisten Reaktionen die wir bekommen haben, als wir unseren Freunden und Kollegen von unserem Reiseziel Euböa erzählt haben. Griechische Inseln sind eigentlich überall bekannt. Aber die zweitgrößte Insel Griechenlands kennt anscheinend keiner. Das sagte mir, dass es genau das Richtige für mich ist. Nach einer harten und sehr langen Saison in Zingst freute ich mich auf Natur, wenig Menschen und vor allem keine Kraniche. All das sollten wir bekommen und noch viel mehr. Euböa wir kommen.

Tag 1 – Von Hamburg nach Athen & GTA San Euböa

Nachdem wir uns nun immerhin schon knapp drei Monate kannten, beschlossen wir zu verreisen. Ich hatte in diesem Fall das Reiseziel bestimmt und uns Euböa ausgewählt. Die zweitgrößte Insel Griechenlands, die keiner kennt. Auch ich hatte noch nie von ihr gehört. Aber die wenigen Bilder auf Google sprachen Bände und wir wussten, da solls hingehen.

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Hinweisschild am Athener Flughafen

Gesagt getan, flogen wir Mitte Oktober von Hamburg nach Athen. Wir wurden vom Flughafen abgeholt und zur Autovermietung gefahren, wo wir unseren Begleiter “Jimmy” abholten. Jimmy war ein Suzuki Jimny und wir waren später noch sehr dankbar, dass wir uns für einen Geländewagen entschieden hatten. Die Kaution war sehr hoch, genau genommen legten wir 1.048 € hin. Trotzdem bleibt Marokko mit knapp 2.000 € weiterhin Spitzenreiter, was das angeht. Das solltet ihr bestenfalls immer schon im Vorfeld abchecken, sonst gibt es mal eben ein böses Erwachen. Wenn die Kreditkarte doch eigentlich für die Ausgaben vor Ort gedacht war und das Limit bereits durch die Kaution erreicht ist.

Unser neuer bester Freund auf Euböa - Jimmy.

Unser neuer bester Freund auf Euböa – Jimmy.

Wir fuhren dennoch zufrieden weiter nach Euböa und kamen kurze Zeit später auf der Insel an. Die Straßengestaltung war hier sehr künstlerisch. Kurven über Kurven, links rechts links rechts. Der Name GTA San Euböa trifft es damit schon sehr genau. Da Elli zu Hause meistens fährt, kannte Sie meine Fahrkünste noch nicht. Durch meine Erfahrungen in Kreta, kannte ich den griechischen Fahrstil schon und hatte mich nach einer Stunde wieder angepasst. Elli machte sich auf dem Beifahrersitz fast ins Hemd, da Sie in Deutschland eher zurückhaltend fährt. Nichtsdestotrotz kamen wir schließlich heil an unserer Unterkunft an. Die 100 Meter den Berg hinauf zum Panorama Hotel  waren jedoch eine besondere Herausforderung. Ich glaube, so einen steilen Berg bin ich bisher noch nie rauf gefahren. Oben angekommen wurden wir lautstark von einer Gruppe feiernder Griechen begrüßt. Unsere Vermieterin wirkte bei der Zimmervorstellung auch schon gut angeheitert 🙂 Wir fielen nur noch todmüde ins Bett.

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Hotel Panorama in Platana.

Tag 2 – Lebensmittelshopping & Pita Lachanika

Als wir am nächsten Morgen aufwachten und von unserem Balkon aufs Meer und den blauen Himmel schauten, konnten wir unser Glück gar nicht fassen. Der Ausblick bei Tag war einfach der Hammer…und das schon aus dem Bett. Der Name “Panaroma” machte dem Hotel alle Ehre. Wir machten uns also frisch und gingen zum Frühstück. Anfangs war es gar nicht so einfach unserer zauberhaften Köchin Georgia beizubringen, dass wir kein Tier essen mögen. Nach ein paar wilden Handzeichen und der Tochter die etwas Englisch konnte hat es dann aber geklappt.

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An diese Aussicht vom Bett kann man sich gewöhnen.

Damit wir über die Tage nicht verhungerten, wollten wir im nächsten Ort Kymi erstmal ein paar Lebensmittel einkaufen. Wir also rein in Jimmy und wieder diesen Berg runter. Bei Tag wurde uns erstmal bewusst, wie eng und steil diese Auffahrt wirklich war. Es grenzte an ein Wunder, dass wir auf Anhieb hoch gekommen sind, ohne in einer Wand stecken zu bleiben.

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Eine engere Kurve kenne ich nur aus dem Monaco Grand Prix.

Kymi selber ist unterteilt in Kymi Hafen und Kymi Stadt. Um in die Stadt zu kommen, muss man auch hier wieder eine Berg mit Serpentinen erklimmen. Am Straßenrand finden sich überall schöne rot/ weiß bepinselte Autoreifen, die ein Flair von Rennstrecke vermitteln. Sogar mir als Fahrer wurde kurz etwas schwindelig. Als wir in einem kleinen Markt dann Wasser und Bananen eingekauft hatten, viel mir auf, dass ich meine Kamera vergessen hatten.  Also wieder zurück zum Hotel…wieder den Berg hoch…wieder den Berg runter.

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Die Rallystrecke von Kymi auf Euböa.

Nachdem der Biomarkt in Platana recht teuer erschien, fuhren wir wieder weiter nach Avlonari  um den größten Markt der Insel zu besuchen. Dieser findet dort im Oktober jeden Donnerstag statt und ist eines der kulturellen Highlights der Insel. Aus aller Welt kommen die Griechen um sich hier für das Jahr mit Kleidung, Haushaltsgeräten und Textilien einzudecken. Auch hier taten wir uns mi dem Essen etwas schwer, da es traditionell nur gegrilltes gibt. Wir entschieden uns dann für den Tomatensalat.

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Tomatensalat auf Euböa.

Nachdem wir also den halben Tag im Auto verbracht hatten, stellten wir Jimmy ab und spazierten ein wenig durch Platana. Es gab rechts hinter der Brücke einen riesigen Basketballplatz mit Tribüne und allem was das Streetballer Herz begehrt und ich fing etwas an von meiner Jugend zu träumen, die ich nur mit Basketball verbracht habe. Elli spielte derweil mit einem süßen kleinen Hund, der uns auch den ganzen Abend noch begleiten sollte.

Auf dem Heimweg machten wir Halt bei dem einzigen Imbiss der Stadt. Auch bei Dafnis Kalamaki   gab es irgendwie nur Fleisch und wir versuchten der Grillmeisterin das Wort VEGAN zu erklären. Nach einer ziemlich langen aber sehr lustigen Diskussion mit allen Körperteilen war dann die Pita LACHANIKA geboren.

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Pita Lachanika

Tag 3 – Metochiou Beach & Foto-Frust

Als ich am 3. Morgen aufwachte und den Himmel durch unsere Balkonvorhang blitzen sah, war ich schlagartig wach und stürmte aus dem Bett. Elli war von dieser abrupten Weckmethode nicht ganz so begeistert aber ein Kuss auf die Stirn deeskalierte die Situation recht schnell und ich konnte mich dem Sonnenaufgang widmen.

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Der erste Sonnenaufgang in Platana.

Eines der wenigen Bilder die ich bei der Recherche über Euböa gefunden hatte, war das Kloster Moni Sotiros   bei Kymi. Nach dem Frühstück wollten wir es uns ansehen und eine gute Location für ein Foto suchen. Das Navi bzw. Google Maps führte uns wieder über Wege die nur mit sehr viel Fantasie als Straßen bezeichnet werden konnten. Selbst Esel hätten bei solchen Steigungen Probleme gehabt. Aber Jimmy zog den Berg hoch ohne zu mucken und ich fasste langsam Vertrauen zu ihm. Elli saß nur schweigend auf ihrem Sitz und krallte sich in ihre Armlehne.

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Das Kloster Moni Sotiros

Beim Kloster angekommen, erkundeten wir die Umgebung und kämpften uns durch ein paar fiese Dornenbüsche. Aber der Entschluss stand, hier sollten wir uns an ein Zielfoto zum Sonnenuntergang wagen. Jetzt mussten wir nur noch auf einen Sonnenuntergang mit Wolken warten.

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Ellis ersten Versuche als Landschaftsfotograf.

Später war erstmal ein wenig relaxen am Strand auf der Tagesordnung. Der kürzeste Weg zum Metochiou Beach  führte rechts am Kloster über den Berg. Als wir um die Kurve fahren, sehe ich nur wieder eine Schotterpiste mit Steinen so groß wie Handbälle. Elli bewaffnete sich also mit der Video-Kamera, kletterte den halben Weg hoch und wartete auf mein Zeichen. Etwas nervös schaltete ich den Allrad Antrieb ein, gab Gas und….war plötzlich schon oben am Berg. Allrad rockte mal richtig  und selbst anfahren am Berg war ein Kinderspiel.

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Mit einem Geländewagen macht jeder Weg Spaß.

Der Weg den Berg runter war dann allerdings auch nicht ganz ohne. Weit und breit kein Mensch zu sehen und die Ziegen-Herde wäre bei einem Absturz auch keine große Hilfe gewesen. Die Strecke erinnerte mich stark an meine Nah-Tod-Erfahrung von Kreta. Auch hier fuhr ich eine Straße, die von unserem Vermieter nur den Namen “Bad Karma” trug.

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Schöne aber steile Aussicht.

Als wir die nächste Ziegenherde auf der Hauptstraße passiert hatten, erreichten wir einen kleinen Aussichtspunkt von dem man einen tollen Blick auf den Strand hat. Hier haben wir dann eine kleine Foto-Session eingelegt und Kompositionen für den Sonnenuntergang ausprobiert.  Der Weg zum Strand grenzte wieder einem Abenteuer. Die “Straße” war eher ein ausgetrockneter Bach und ich war froh, als wir unten waren. Rechts sah ich eine schöne asphaltierte Straße und freute mich, dass das der Rückweg war. Am Strand selber packte Elli dann die Abenteuerlust und sie kletterte auf den höchsten Felsen und genoss dort die Sonne. Ich selber spielte etwas mit meinem ND- Filter  , einem großen Ast und der Langzeitbelichtung am Strand. Weit und breit war wieder kein Mensch zu sehen und wir hofften, dass wir hier etwas zu Essen bekommen würden.

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Aussicht auf Metochiou Beach.

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Während Elli kletterte, spielte ich mit der Langzeitbelichtung am Metochiou Beach.

Da von den 2 Restaurants im Ort nur eines auf hatte, bzw. da Menschen saßen, versuchten wir unser Glück in der Tavern “VRAKAS”  . Die Besitzer waren unfassbar freundlich, aber verstanden auch kein Wort Englisch. Sie riefen dann ihren Sohn an, der in Athen studierte und er übersetzte für uns etwas per Telefon. Den Rest übernahm dann Google Translate. Die App sollte den Rest der Reise unser bester Freund werden. Das Sandwich was sie uns machte war hervorragend und vorab gab es eingelegte Bohnen in Tomatensoße. Ein Traum! Während des Essens reichte uns der Besitzer nochmal das Handy und sein Sohn bedankte sich im Namen seiner Eltern, dass wir bei Ihnen gegessen hatten und wünschte uns noch eine tolle Reise. Wir waren von der Freundlichkeit der Griechen einfach nur platt.

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Dicke Bohnen in der Tavern VRAKAS.

Ziemlich glücklich und mit vollem Magen ging es dann wieder zu dem Aussichtspunkt den Berg hoch. Elli war mit dem Aufbau des Statives nicht schnell genug und die Sonne verschwand schon hinter dem Dirfys, Euböas höchstem Berg. Auch ich hatte gerade noch so den Sonnenstern hinter der Bergkuppe erwischt. Abends genossen wir dann die sternenklare Nacht auf unserem  Balkon mit Blick auf Platana.

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Metochi zum Sonnenuntergang mit Sonnenstern.

Tag 4 – Jimmys Ofroad Abenteuer & Basar

Am 4. Tag entschied ich mich ganz früh aufzustehen und den ersten Sonnenaufgang am Strand zu fotografieren. Elli murmelte nur ein “viel Spaß” in Ihr Kissen und drehte sich wieder in ihre Decke. Ich schnappte mir also meinen Fotorucksack, den ich am Abend vorher brav gepackt hatte und machte mich den steilen Weg zu Fuß zum Wasser.

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Platana am Morgen.

Da mir der lange Felsen-Wellenbrecher im dunkeln (noch) zu unsicher war, beschränkte ich mich auf die großen Felsen weiter links. Nach ein paar Minuten hatte ich dann eine Komposition gefunden und ich machte es mir mit meiner Banane als Frühstück bequem. Der Sonnenaufgang war ganz ok aber nicht sonderlich spektakulär. Was in meiner Sprache einfach nur bedeutet, es waren keine Wolken da. Aber nichts, was Photoshop dann nicht doch noch optimieren kann.

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Dennoch war ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden und erkundete noch etwas weiter die Gegend. Schon am ersten Tag sind uns die kleinen, hübschen Miniaturkirchen am Straßenrand aufgefallen und ich versuchte direkt sie kreativ festzuhalten. Danach ging es wieder die geliebte Auffahrt zu Fuß hoch, wo Elli schon bereit für das Frühstück war.

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Der Kirchen Schrein beim Sonnenaufgang.

Nachdem der Bauch von der Pita Lachanika voll war und ich die Bilder vom Morgen gesichert hatte, wollte Elli unbedingt auf den hohen Berg, den man von unserem Hotel sehen konnte. Laut Google Maps sollte es da auch eine Straße hoch geben…Sollte.

Wir also erstmal Richtung Osten und vorbei an dem ewig langen Stomio Beach . Hier gab es unzählige Fotomotive und sehr hübsch bemalte Umkleidekabinen. Genau Ellis Ding.

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Streetart an der Umkleidekabine am Stomio Beach.

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Der ewig lange Strand von Stomio.

Kurz nach dem Strand ging es rechts hoch auf einen Hügel und die Straße wurde immer enger und staubiger. Genau mein Ding also. Die Fahrt machte richtig Spaß und Jimmy und ich spielten uns langsam ein. Auch Elli fasste sichtlich mehr Vertrauen, was ihre Armlehne bestimmt gefreut hat. Nach einem wilden hoch und runter kamen wir aber an so eine enge Stelle, mit so großen Felsen, dass wir die Mission Berggipfel erstmal abgeblasen haben. Alleine das Wendemanöver dauerte gute 10 Minuten und Elli war etwas enttäuscht. Um sie aufzuheitern, wollte ich zu einer nahe gelegenen Bucht fahren, die ich auf dem Weg gesehen hatte. Da da Häuser standen, musste es irgendwie einen Weg geben.

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Wendemanöver auf einer Streicholzschachtel.

Direkt am Mpournias Strand  stand ein altes Haus, dass ziemlich heruntergekommen aussah. Wir wissen bis heute nicht ob da noch jemand gewohnt hat oder ob es verlassen war. Schon etwas gruselig. Der Strand selber war mit riesigen flachen Felsplatten übersät. Es sah hier aus wie auf einem anderen Planeten und wir sprangen von Stein zu Stein um Bilder zu machen, die Wellen zu beobachten und die Einsamkeit zu genießen.

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Der verlassene Strand von Mpournias

Da uns mal wieder so langsam der Hunger packte und für den Sonnenuntergang Wolken angekündigt waren, fuhren wir wieder nach Avlonari. Da es auf dem Basar fast nur Fleisch gab, gingen wir in ein kleines Straßen-Restaurant, was sehr wahrscheinlich “Mein Leon” oder “Meine Weine” hieß. Das Schild  war nicht ganz eindeutig zu übersetzen. Hier trafen wir den Kellner George, der endlich etwas Englisch konnte. Da er lange in Athen gearbeitet hat, verstand er auch das Konzept des veganem Lebens etwas und sagte uns , dass es hier recht schwer werden würde, etwas ohne Fleisch zu finden. Er versprach uns aber eine lokale Spezialität zu zaubern. Als er wieder kam, grinste uns richtig leckeres Ofengemüse, Salat und Pommes an. Als Nachtisch kaufte Elli dann gegenüber noch zuckersüßes, klebriges Sprizgebäck, das bestimmt nicht vegan war.

Je weiter die Sonne Richtung Horizont wanderte, desto unruhiger wurde ich wieder. Im Nachbardorf Metamorfosis  stand eine alte Festung, die ich gerne im Sonnenuntergang fotografieren wollte. 

Dazu haben wir hinter dem Turm auf einem großen Feld mit kleinen Olivenbäumen geparkt. Links war noch eine kleine Kapelle und weiter in der Ferne ein weiterer alter Turm zu sehen. Der Himmel war fantastisch und färbte sich nach einiger zeit wunderbar rot. Trotzdem hatte ich Probleme mit dem Bildaufbau. Der Kontrast war einfach zu stark, mein 16-35 mm zu weit winklig, die Lichter der Burg gingen nicht an und der Olivenbaum als Vordergrund bewegte sich im starken Wind zu sehr. Das Bild ist zwar ganz OK, aber bei dem Licht hatte ich mir mehr erhofft.

Blick auf Avlonari und Metamorfosis bei Sonnenuntergang

Blick auf Avlonari und Metamorfosis bei Sonnenuntergang

Elli hüpfte derweil wieder von Spot zu Spot und ich war nur am grinsen wenn ich Ihre pinke Jacke aus dem nächsten Gebüsch aufblitzen sah. Ihre Bilder können sich aber trotzdem mehr als sehen lassen und Sie hat das beste aus der Location rausholen können.

Das Kastro von Avlonari in seiner ganzen Pracht.

Das Kastro von Avlonari in seiner ganzen Pracht.

Tag 5 – Ruinen und Feuerhimmel

Am 5. Tag wollte ich dann mal auf den anderen Berg fahren und mir die kleine Kapelle  Ekklisia Evaggelistria ansehen, die man von unserem Balkon erahnen konnte. Den steilen Berg hätten wir fast nicht geschafft, da uns auf halben Weg ein Baufahrzeug entgegen kam und ich bei “anfahren am Berg” eine Null bin. Dank Allradantrieb war es dann im dritten Anlauf aber ein Klacks und Ellis Puls beruhigte sich wieder. Der Abgrund kam doch ein gutes Stück näher. Oben angekommen hatten wir einen fantastischen Ausblick über Kymi, Platana und den ganzen Norden von Euböa. Hier wollte ich unbedingt bei Sonnenuntergang nochmal hin.

Aussicht von der Ekklisia Evaggelistria in der Nähe von Platana.

Aussicht von der Ekklisia Evaggelistria in der Nähe von Platana.

Panorama von Euboea.

Panorama von Euboea.

Vorher hieß es aber noch ein paar Stufen erklimmen und die kleine Kirche anschauen. Elli musste natürlich wieder den Felsen hoch klettern aber kam dafür mit schönen Fotos zurück.

Diesen Blick bekommt man nur, wenn man den Felsen hoch klettert.

Diesen Blick bekommt man nur, wenn man den Felsen hoch klettert.

Wenn man das Stativ nicht dabei hat, tut es auch ein großer Felsen.

Wenn man das Stativ nicht dabei hat, tut es auch ein großer Felsen.

Nach ein paar Bildern wollten wir dann aber weiter ziehen. In unserem Reiseführer  hatten wir von einer archäologischen Ausgrabungsstätte ganz in der Nähe gelesen und vom Hügel konnte man sie sogar schon erahnen. Wir also wieder ins Auto und Google Maps vertraut. Nach einem herzlichen “Hier links abbiegen” zweifelte ich wieder an der App. Hier war nichts links. Nur eine große Wiese mit mannshohem Gras, die einen Hügel hinunter ging… Aber das war der Weg. Es hatte ihn nur keiner mehr seit Monaten benutzt. Da ich den Untergrund nicht erkennen konnte, musste Elli als Scout herhalten und Sie lotste mich durch das Dickicht. Nach einigen Minuten hatten wir wieder Asphalt unter den Reifen und kamen zügig voran.

Leider haben wir kein Bild von der Aktion, aber so tief stand Elli ca. in der Botanik.

Leider haben wir kein Bild von der Aktion, aber so tief stand Elli ca. in der Botanik.

Die archäologische Stätte von Kastri Potamias  datiert zurück auf das 4. Jahrhundert vor Christus. Nach einer kurzen aber steilen Wanderung kommen wir an einer kleinen Kirche Namens Saint Nicholas  an. Weit und breit mal wieder niemand zu sehen aber die Tür ist auf. Etwas gruselig ist es schon, aber wir lassen es uns nicht nehmen und bestaunen den Altar und die Kronleuchter. Außerdem ist es daran angenehm kühl. Nach ein paar Fotos erkunden wir dann die alten Grundrisse der Siedlung und wandern auf alten Mauern. Die Aussicht von hier muss früher richtig schön gewesen sein.

Der Altar von Saint Nicholas bei Platana.

Der Altar von Saint Nicholas bei Platana.

Nach so viel Kultur wollten wir dann wieder an einen Strand. Unsere geliebte Hängematte sollte endlich zum Einsatz kommen. Der einzige Strand in der Nähe, der auch Bäume versprach war Kalogeri Beach . Also nix wie hin. Nachdem uns Google wieder in die Irre und hoch auf den Berg zur Kaserne geführt hat, erreichten wir endlich einen Kiefernwald und stellten Jimmy ab. Hier musste es kurz vorher einen Waldbrand gegeben haben, denn die Bäume waren alle Pechschwarz und verkohlt. Mit dem blauen Meer im Hintergrund sehr mystisch.

Waldbrand am Kalogeri Beach.

Waldbrand am Kalogeri Beach.

Am Steinstrand angekommen fiel uns direkt der große Felsen im Wasser ins Auge. Je nach Blickwinkel sah er wie eine Büste im Meer aus. Auch die scharfen Felsen im Wasser waren ein perfekter Vordergrund. Ich war mir sicher hier später ein gutes Bild machen zu können.

Das Gesicht im Wasser

Das Gesicht im Wasser

Aber erst wollte ich noch die Gegend erkunden und einen Platz für die Hängematte finden. Am Strand selber waren kaum Bäume, weshalb ein dichter Busch herhalten musste. Wir hatten uns zwar einen schöneren Platz vorgestellt, aber immerhin hatten wir eine Hängematte am Strand.

Mit der Hängematte am Kalogeri Strand.

Mit der Hängematte am Kalogeri Strand.

Bevor wir es uns bequem und ein kleines Nickerchen machten, sah ich in der Ferne etwas weißes, dass meine Aufmerksamkeit erregte. Also marschierte und balancierte ich über die großen Felsen. Plötzlich stand ich vor einer schneeweißen Kiefer, die am Strand lag. So etwas hatte ich noch nicht gesehen. Erst dachte ich es wäre weiße Asche von dem Feuer, aber die Rinde fühlte sich weich wie Fell an und selbst die Zapfen waren weiß. Ich war ganz fasziniert von diesem Baum und freute mich auf den Sonnenuntergang.

Eine weiße Kiefer die sich wie ein Einhorn anfühlt.

Eine weiße Kiefer die sich wie ein Einhorn anfühlt.

Nach einem erholsamen Nickerchen wachte ich erschrocken in der Hängematte auf und befürchtete, dass ich das beste Licht verschlafen hatte. Elli musste nur grinsen, denn ich war wieder im Foto-Tunnel. Die Komposition war fix gefunden und ich spielte schon mit der Belichtungszeit für die Wellen und erwischte gerade noch so den Sonnenstern, bevor die Sonne hinter dem Berg verschwand.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages am Kalogeri Beach.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages am Kalogeri Beach.

Elli hüpfte wieder knapp 50 Meter von mir entfernt durch das Bild und machte von allem Fotos, was nicht bei drei im Meer verschwunden war. Die Sonne ging langsam unter und….der Himmel fing Feuer. Genau für solche Momente lebe ich. Das war mit Abstand der beste Sonnenuntergang des ganzen Urlaubs und wir hatten eine Top Location ausgesucht.

Brennender Himmel zum Sonnenuntergang am Kalogeri Beach in Euboea.

Brennender Himmel zum Sonnenuntergang am Kalogeri Beach in Euboea.

Ich war ein sehr glücklicher Fotograf und auch Elli hat Hammer Bilder produziert.

Zu guter letzt habe ich mich nochmal am Einhornbaum versucht. selbst mit dem Sony 16-35 f4 war es eine ganz enge Kiste und gar nicht so einfach das Stativ zu positionieren.

Griechische Inseln entdecken - Euböa wir kommen

Ahoi Euboea ~ Unsere Top Reisetipps für die griechische Insel.

Ahoi Euboea ~ Unsere Top Reisetipps für die griechische Insel.

Die SD-Karte voll mit tollen Bildern machten wir uns wieder auf ins Hotel und lauschten den Grillen bei einem kühlen Bier auf unserem Balkon. Platana zu unseren Füßen und die Sterne über unserem Kopf. Das Leben war schön!

Teil 2 – wütende Schäfer, Antiquitäten und entspannen am Strand

Im zweiten Teil geht es weiter mit einem ziemlich bösen Schäfer der uns vom Berg vertreiben will, dem nettesten Antiquitäten-Händler der Insel und noch vielen weiteren tollen Bildern und Infos von Euböa.

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2 Kommentare

Simon 28/08/2018 - 10:16

Hey, die Mühe, die Ihr Euch mit den Bildern gebt, hat sich echt gelohnt! Schön! Toll auch, dass ihr das Thema Veganismus in Griechenland zum Thema macht. Hat mich sehr gefreut, Euren Artikel zu lesen.

Reply
Ahoi Adventures 28/08/2018 - 10:46

Hallo Simon. Vielen lieben Dank für dein super Feedback zu unserem Beitrag. Schön dass du die Schönheit Euböas ebenfalls für dich entdeckt hast. Die Insel ist halt einfach nur traumhaft Ernährst du dich ebenfalls vegan und hast ähnliche Erfahrungen auf Euböa gemacht wie wir?

Liebe Grüße von Elli & Alex

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